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Roaring Bears verzichten auf IEM Cologne 2027: Ticketstreit sorgt für Diskussionen

Die Roaring Bears werden bei der IEM Cologne 2027 nicht als erkennbare Fangruppe auftreten. Der BIG-Fanclub protestiert damit gegen die Preispolitik und zunehmende Kommerzialisierung des Turniers. Auf Social Media löste die Entscheidung eine kontroverse Diskussion aus, auf die de...

Roaring Bears verzichten auf IEM Cologne 2027: Ticketstreit sorgt für Diskussionen
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Die Roaring Bears werden bei der IEM Cologne 2027 nicht als erkennbare Fangruppe auftreten. Der BIG-Fanclub protestiert damit gegen die Preispolitik und zunehmende Kommerzialisierung des Turniers. Auf Social Media löste die Entscheidung eine kontroverse Diskussion aus, auf die der Verein am Mittwochabend erneut reagierte.

Mit einem Statement vom 26. Oktober bestätigten die Roaring Bears ihre Entscheidung, im kommenden Jahr auf einen organisierten Auftritt in der LANXESS Arena zu verzichten. Die seit 2019 bestehende Fangruppe ist für ihre lautstarke Unterstützung von BIG bei internationalen Counter-Strike-Turnieren bekannt.

Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um einen allgemeinen Boykottaufruf. Der Verein betont, dass jeder Fan selbst entscheiden könne, ob er die IEM Cologne besucht. Auch einzelne Mitglieder könnten weiterhin nach Köln reisen. Besucher werden allerdings gebeten, in der Arena keine Roaring-Bears-Kleidung zu tragen, da der Verein dort nicht durch seinen Namen oder seine Farben repräsentiert werden möchte.

Protest gegen ESL begann bereits beim Major

Die Kritik an der Preispolitik von ESL reicht bis zum IEM Cologne Major 2026 zurück. Damals protestierten die Roaring Bears auf den Tribünen unter anderem mit den Bannern „ESL wants full buy“ und „Fans forced to eco“ gegen die steigenden Kosten für Fans.

Am 2. Oktober veröffentlichten sie ein erstes ausführliches Statement. Darin kritisierten sie nicht nur die Ticketpreise, sondern auch die zunehmende Vermarktung zusätzlicher Fanangebote. Besonders die kostenpflichtigen Signing Sessions beim Major standen im Mittelpunkt.

Die Roaring Bears kritisierten dabei einen Preis von 60 Euro für eine Autogrammstunde, obwohl beim Kauf noch nicht festgestanden habe, welches Team teilnehmen würde. Bei der Überprüfung der damaligen Verkaufsstufen zeigt sich allerdings eine wichtige Unterscheidung: Während des sogenannten Blind Sales kostete ein Ticket 30 Euro. Die regulären 60 Euro wurden erst verlangt, nachdem die teilnehmenden Teams bekannt waren.

Unabhängig von dieser Preisstaffel kritisiert die Fangruppe grundsätzlich, dass solche Fanerlebnisse zusätzlich zum regulären Eintritt verkauft werden. Nachdem ESL Anfang Oktober die Ticketpreise für 2027 veröffentlicht hatte, kündigten die Roaring Bears an, über einen gemeinsamen Verzicht auf die Veranstaltung zu beraten.

Ticketpreise zwischen 169 und 1.599 Euro

Die erste Verkaufswelle für die IEM Cologne 2027 startete am 15. Oktober. Für den Zugang zu allen vier Playoff-Tagen verlangte ESL zunächst 169 Euro im Oberrang und 279 Euro im Unterrang. Die Preise der umfangreicheren Ticketpakete reichen bis zu 1.599 Euro für das VIP-Angebot The Sanctuary.

Die Vier-Tages-Tickets der ersten Verkaufswelle:


  • Oberrang: 169 Euro
  • Unterrang: 279 Euro
  • Lower Reserved: 379 Euro
  • Plus: 529 Euro
  • Premium: 729 Euro
  • The Sanctuary: 1.599 Euro

Inzwischen sind die Vier-Tages-Tickets für den Oberrang in der ersten Verkaufswelle ausverkauft. Für die noch nicht gestartete zweite Verkaufswelle kündigt ESL einen Preis von 189 Euro an. Auch bei den übrigen Kategorien sind höhere Preise vorgesehen.

Ein Vergleich mit früheren Ausgaben verdeutlicht die Preisentwicklung. Während ein Drei-Tages-Ticket im Unterrang 2025 noch 149 Euro kostete, wurden beim Major 2026 für vier Tage zunächst 319 Euro verlangt. Für 2027 sinkt dieser Preis auf 279 Euro, liegt allerdings weiterhin deutlich über dem Niveau der letzten regulären Ausgabe.

Gleichzeitig verändert ESL das Turnierformat. Erstmals außerhalb eines Majors werden acht Teams an vier Playoff-Tagen in der LANXESS Arena antreten. Mit einer neuen zentralen 360-Grad-Bühne will der Veranstalter außerdem zusätzliche Zuschauerplätze schaffen. Die Playoffs finden vom 12. bis 15. August 2027 statt.

Diskussion über Bezahlbarkeit und Fankultur

Auf X entwickelte sich nach der Ankündigung eine Debatte über die angemessenen Kosten eines internationalen Esport-Events. Dabei stehen sich unterschiedliche Einschätzungen zur Ticketpolitik und zur Verantwortung von Veranstaltern gegenüber.

Ein häufig genanntes Gegenargument ist der günstigste Vier-Tages-Pass. Die ursprünglich verlangten 169 Euro entsprechen rechnerisch 42,25 Euro pro Veranstaltungstag. Für ein internationales Turnier mit vier Tagen Arena-Programm halten einige Kommentierende diesen Betrag für vertretbar. Zudem verweisen sie darauf, dass die Organisation und Produktion großer Live-Events mit erheblichen Kosten verbunden sind.

Besonders deutliche Kritik an der Entscheidung kam von Esport-Branchenkenner Michael Decker. Er kommentierte die Ankündigung der Roaring Bears am 27. Oktober auf X mit den Worten:

„Wer umgerechnet keine 14€ pro Monat sparen kann, hat andere Probleme als Counter-Strike.“

Seine Rechnung bezieht sich auf das günstigste Vier-Tage-Ticket für 169 Euro. Auf zwölf Monate verteilt entspricht das etwa 14,08 Euro monatlich. Der Beitrag erreichte innerhalb kurzer Zeit Zehntausende Aufrufe und entwickelte sich zu einer eigenen Diskussion unter dem ursprünglichen Statement der Fangruppe.

Während einige Nutzer den Betrag für vier Tage Counter-Strike als angemessen betrachten, stößt vor allem die pauschale Aussage über Menschen, die sich diesen nicht leisten können, auf Kritik. In den Antworten wird Deckers Argumentation vorgeworfen, unterschiedliche finanzielle Lebenssituationen auszublenden.

Gegenkommentare: Nicht jeder kann einfach 14 Euro zurücklegen

Besonders ausführlich widersprach der X-Nutzer Zentoris. Er kritisierte nicht unmittelbar die Höhe der ESL-Preise, sondern Deckers Schlussfolgerung, dass ein monatlicher Sparbetrag von 14 Euro grundsätzlich machbar sein sollte. Für ihn lässt sich die finanzielle Situation verschiedener Fans nicht auf eine einzige Monatsrate reduzieren.

In einem weiteren Kommentar verwies er auf Jugendliche, Auszubildende und Studierende, die nicht ohne Weiteres zusätzliches Geld verdienen könnten. Außerdem sei ungewiss, wie sich die Preise und Lebenshaltungskosten bis zum Event entwickeln würden. Selbst wenn jemand monatlich spare, sei damit zunächst nur das günstigste Eintrittsticket finanziert.

Ein weiterer Einwand betrifft die tatsächlichen Kosten eines Besuchs. Zentoris erinnerte daran, dass zum Ticket auch Anreise, Verpflegung und gegebenenfalls Übernachtungen hinzukommen. Gerade für Fans außerhalb Kölns kann der gesamte Besuch damit deutlich teurer werden als die von Decker angeführten 169 Euro.

Auch BeardBounce widersprach der pauschalen Aussage. Der Nutzer verwies unter anderem auf Menschen mit Erkrankungen oder Behinderungen, Alleinerziehende und Personen im Niedriglohnsektor. Bemerkenswert ist dabei die Unterscheidung zwischen zwei Fragen: Ein Ticketpreis kann aus wirtschaftlicher Sicht gerechtfertigt sein und trotzdem für einen Teil der Fans unerschwinglich bleiben.

Ähnlich argumentierte LordChewTV. Er bezeichnete Deckers Formulierung als Schlag ins Gesicht für Menschen, denen selbst kleine monatliche Rücklagen schwerfallen. In weiteren Antworten kritisierte er, dass aus dem finanziellen Zugang zu Veranstaltungen zunehmend eine Frage des persönlichen Einkommens werde.

Damit verschob sich die Diskussion zunehmend. Neben der ursprünglichen Frage, ob ESL zu hohe Preise verlangt, wurde nun auch darüber gestritten, ob man finanzielle Schwierigkeiten von Fans mit fehlender Sparbereitschaft gleichsetzen dürfe.

Decker reagiert: Reisekosten sind nicht Aufgabe der ESL

Michael Decker blieb nicht bei seinem ursprünglichen Kommentar. In zahlreichen Antworten verteidigte er seine Position und stellte klar, dass er nicht behaupten wolle, jeder Mensch könne sich problemlos einen Eventbesuch leisten.

Auf das Argument der zusätzlichen Reise- und Übernachtungskosten erwiderte er, dass diese nicht in der Verantwortung der ESL lägen. Die Eintrittspreise eines Veranstalters müssten seiner Ansicht nach getrennt von individuellen Ausgaben für Anreise und Unterkunft betrachtet werden.

Gegenüber BeardBounce zeigte er sich zudem offen für Ermäßigungen für bestimmte Personengruppen. Er halte es allerdings für übertrieben, daraus abzuleiten, dass ein Großteil der Counter-Strike-Fans die regulären Ticketpreise nicht bezahlen könne.

Am 28. Oktober legte Decker seine Haltung in einem ausführlicheren Beitrag dar. Darin argumentierte er, große Esport-Veranstaltungen seien mit früheren, günstigeren Eintrittspreisen häufig kaum kostendeckend gewesen oder hätten Verluste eingeplant. Diese Einschätzung zur Wirtschaftlichkeit der Events ist seine eigene und lässt sich aus den öffentlich verfügbaren Ticketpreisen allein nicht überprüfen.

Decker betonte in demselben Beitrag außerdem, dass er weder besonders hohe Ticketpreise noch die Monetarisierung von Signing Sessions grundsätzlich befürworte. Ein Tagesticket ab 39 Euro halte er angesichts des gebotenen Programms jedoch für verhältnismäßig. Zum Vergleich verwies er auf die Eintrittspreise anderer Veranstaltungen in der LANXESS Arena.

MajorRabbit verteidigt ESL, kritisiert aber die Preise in der Arena

Eine weitere Gegenposition vertritt Jörg „Maj0rRabbit“ Jakob. In einem ausführlichen X-Beitrag vom 28. Oktober erklärte er, dass ESL als Unternehmen wirtschaftlich tragfähige Veranstaltungen organisieren müsse. Die Ticketpreise für 2027 hält er für angemessen, zumal einzelne Kategorien gegenüber dem Major 2026 günstiger angeboten werden.

Jakob verweist außerdem auf das erweiterte Playoff-Format und die neue zentrale 360-Grad-Bühne. Mit acht Playoff-Teams und zusätzlichen Matches innerhalb der Arena-Phase soll 2027 mehr Counter-Strike vor Publikum stattfinden. Er bezweifelt sogar, dass die Einnahmen aus Ticketverkäufen ausreichen, um die Veranstaltungskosten zu decken. Konkrete Wirtschaftszahlen nennt er dafür allerdings nicht.

Dass ein Wochenende in Köln für viele Fans finanziell schwierig ist, bestreitet Jakob nicht. Er schreibt ausdrücklich, dass er sich die Reise einschließlich Unterkunft, Verpflegung und weiterer Ausgaben selbst nicht ohne Weiteres leisten könne. Trotzdem hält er die Entscheidung der Roaring Bears auf Grundlage ihrer Preisargumentation für nicht nachvollziehbar.

Deutliche Kritik übt Jakob hingegen an den Verpflegungspreisen innerhalb der LANXESS Arena. Beim Major 2026 habe ein Becher Wasser nach seiner Darstellung fünf Euro gekostet. Cola und Bier seien seiner Erinnerung nach noch teurer gewesen, ebenso seien die Preise an den Essensständen gestiegen. Die konkreten Preise beruhen auf seinen Angaben.

Dass Besucher grundsätzlich keine eigenen Speisen und Getränke mitbringen dürfen, bestätigen die offiziellen Regeln der LANXESS Arena. Ausnahmen bestehen unter anderem aus medizinischen Gründen. Gerade vor diesem Hintergrund hält Jakob die Preise für Wasser und andere Getränke für einen berechtigten Kritikpunkt.

Sein Beitrag setzt damit einen anderen Schwerpunkt als das Statement der Roaring Bears. Während die Fangruppe den zunehmenden kommerziellen Charakter der gesamten Veranstaltung kritisiert, sieht Jakob die Eintrittspreise als gerechtfertigt an. Nach seiner Einschätzung sollte sich die Kritik stärker auf die zusätzlichen Kosten innerhalb der Arena konzentrieren.

Roaring Bears erklären, warum günstige Plätze keine Alternative sind

Am 28. Oktober veröffentlichten die Roaring Bears eine weitere Stellungnahme, in der sie auf einen der häufigsten Kritikpunkte eingehen. Unter der Überschrift „Es gibt doch günstige Plätze“ erklären sie, weshalb der Verweis auf die Oberrang-Tickets für sie zu kurz greift.

Der Verein betont, dass nicht allein der aktuelle Eintrittspreis ausschlaggebend sei. Entscheidend seien vielmehr die längerfristige Preisentwicklung und die zunehmende Monetarisierung des gesamten Events. Zudem könnten die Roaring Bears ihre üblichen Fanaktionen auf dem Oberrang nicht mit derselben Wirkung durchführen.

Ein weiterer Faktor sei die Nähe zu den unterstützten Teams. Nach Darstellung der Fangruppe kommt 2027 eine zusätzliche Preiskategorie hinzu, wenn Fans direkt in Teamnähe sitzen möchten. Auf der offiziellen Ticketseite führt ESL unter anderem ein gesondertes Premium-Reserved-Upgrade mit einem Aufpreis von 16,7 Prozent auf. Die endgültige Platzverteilung dafür steht allerdings noch nicht fest.

Mit der neuen Erklärung wollen die Roaring Bears ihre Beweggründe verdeutlichen. Gleichzeitig kündigten sie an, sich zu diesem Thema nicht weiter öffentlich auf Social Media zu äußern. Weitere Diskussionen mit dem Verein sollen stattdessen auf dessen Discord-Server stattfinden.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag kann ganz oder teilweise KI-gestützt erstellt oder redaktionell bearbeitet worden sein.
LesemodusRoaring Bears verzichten auf IEM Cologne 2027: Ticketstreit sorgt für Diskussionen

Die Roaring Bears werden bei der IEM Cologne 2027 nicht als erkennbare Fangruppe auftreten. Der BIG-Fanclub protestiert damit gegen die Preispolitik und zunehmende Kommerzialisierung des Turniers. Auf Social Media löste die Entscheidung eine kontroverse Diskussion aus, auf die der Verein am Mittwochabend erneut reagierte.

Mit einem Statement vom 26. Oktober bestätigten die Roaring Bears ihre Entscheidung, im kommenden Jahr auf einen organisierten Auftritt in der LANXESS Arena zu verzichten. Die seit 2019 bestehende Fangruppe ist für ihre lautstarke Unterstützung von BIG bei internationalen Counter-Strike-Turnieren bekannt.

Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um einen allgemeinen Boykottaufruf. Der Verein betont, dass jeder Fan selbst entscheiden könne, ob er die IEM Cologne besucht. Auch einzelne Mitglieder könnten weiterhin nach Köln reisen. Besucher werden allerdings gebeten, in der Arena keine Roaring-Bears-Kleidung zu tragen, da der Verein dort nicht durch seinen Namen oder seine Farben repräsentiert werden möchte.

Protest gegen ESL begann bereits beim Major

Die Kritik an der Preispolitik von ESL reicht bis zum IEM Cologne Major 2026 zurück. Damals protestierten die Roaring Bears auf den Tribünen unter anderem mit den Bannern „ESL wants full buy“ und „Fans forced to eco“ gegen die steigenden Kosten für Fans.

Am 2. Oktober veröffentlichten sie ein erstes ausführliches Statement. Darin kritisierten sie nicht nur die Ticketpreise, sondern auch die zunehmende Vermarktung zusätzlicher Fanangebote. Besonders die kostenpflichtigen Signing Sessions beim Major standen im Mittelpunkt.

Die Roaring Bears kritisierten dabei einen Preis von 60 Euro für eine Autogrammstunde, obwohl beim Kauf noch nicht festgestanden habe, welches Team teilnehmen würde. Bei der Überprüfung der damaligen Verkaufsstufen zeigt sich allerdings eine wichtige Unterscheidung: Während des sogenannten Blind Sales kostete ein Ticket 30 Euro. Die regulären 60 Euro wurden erst verlangt, nachdem die teilnehmenden Teams bekannt waren.

Unabhängig von dieser Preisstaffel kritisiert die Fangruppe grundsätzlich, dass solche Fanerlebnisse zusätzlich zum regulären Eintritt verkauft werden. Nachdem ESL Anfang Oktober die Ticketpreise für 2027 veröffentlicht hatte, kündigten die Roaring Bears an, über einen gemeinsamen Verzicht auf die Veranstaltung zu beraten.

Ticketpreise zwischen 169 und 1.599 Euro

Die erste Verkaufswelle für die IEM Cologne 2027 startete am 15. Oktober. Für den Zugang zu allen vier Playoff-Tagen verlangte ESL zunächst 169 Euro im Oberrang und 279 Euro im Unterrang. Die Preise der umfangreicheren Ticketpakete reichen bis zu 1.599 Euro für das VIP-Angebot The Sanctuary.

Die Vier-Tages-Tickets der ersten Verkaufswelle:


  • Oberrang: 169 Euro
  • Unterrang: 279 Euro
  • Lower Reserved: 379 Euro
  • Plus: 529 Euro
  • Premium: 729 Euro
  • The Sanctuary: 1.599 Euro

Inzwischen sind die Vier-Tages-Tickets für den Oberrang in der ersten Verkaufswelle ausverkauft. Für die noch nicht gestartete zweite Verkaufswelle kündigt ESL einen Preis von 189 Euro an. Auch bei den übrigen Kategorien sind höhere Preise vorgesehen.

Ein Vergleich mit früheren Ausgaben verdeutlicht die Preisentwicklung. Während ein Drei-Tages-Ticket im Unterrang 2025 noch 149 Euro kostete, wurden beim Major 2026 für vier Tage zunächst 319 Euro verlangt. Für 2027 sinkt dieser Preis auf 279 Euro, liegt allerdings weiterhin deutlich über dem Niveau der letzten regulären Ausgabe.

Gleichzeitig verändert ESL das Turnierformat. Erstmals außerhalb eines Majors werden acht Teams an vier Playoff-Tagen in der LANXESS Arena antreten. Mit einer neuen zentralen 360-Grad-Bühne will der Veranstalter außerdem zusätzliche Zuschauerplätze schaffen. Die Playoffs finden vom 12. bis 15. August 2027 statt.

Diskussion über Bezahlbarkeit und Fankultur

Auf X entwickelte sich nach der Ankündigung eine Debatte über die angemessenen Kosten eines internationalen Esport-Events. Dabei stehen sich unterschiedliche Einschätzungen zur Ticketpolitik und zur Verantwortung von Veranstaltern gegenüber.

Ein häufig genanntes Gegenargument ist der günstigste Vier-Tages-Pass. Die ursprünglich verlangten 169 Euro entsprechen rechnerisch 42,25 Euro pro Veranstaltungstag. Für ein internationales Turnier mit vier Tagen Arena-Programm halten einige Kommentierende diesen Betrag für vertretbar. Zudem verweisen sie darauf, dass die Organisation und Produktion großer Live-Events mit erheblichen Kosten verbunden sind.

Besonders deutliche Kritik an der Entscheidung kam von Esport-Branchenkenner Michael Decker. Er kommentierte die Ankündigung der Roaring Bears am 27. Oktober auf X mit den Worten:

„Wer umgerechnet keine 14€ pro Monat sparen kann, hat andere Probleme als Counter-Strike.“

Seine Rechnung bezieht sich auf das günstigste Vier-Tage-Ticket für 169 Euro. Auf zwölf Monate verteilt entspricht das etwa 14,08 Euro monatlich. Der Beitrag erreichte innerhalb kurzer Zeit Zehntausende Aufrufe und entwickelte sich zu einer eigenen Diskussion unter dem ursprünglichen Statement der Fangruppe.

Während einige Nutzer den Betrag für vier Tage Counter-Strike als angemessen betrachten, stößt vor allem die pauschale Aussage über Menschen, die sich diesen nicht leisten können, auf Kritik. In den Antworten wird Deckers Argumentation vorgeworfen, unterschiedliche finanzielle Lebenssituationen auszublenden.

Gegenkommentare: Nicht jeder kann einfach 14 Euro zurücklegen

Besonders ausführlich widersprach der X-Nutzer Zentoris. Er kritisierte nicht unmittelbar die Höhe der ESL-Preise, sondern Deckers Schlussfolgerung, dass ein monatlicher Sparbetrag von 14 Euro grundsätzlich machbar sein sollte. Für ihn lässt sich die finanzielle Situation verschiedener Fans nicht auf eine einzige Monatsrate reduzieren.

In einem weiteren Kommentar verwies er auf Jugendliche, Auszubildende und Studierende, die nicht ohne Weiteres zusätzliches Geld verdienen könnten. Außerdem sei ungewiss, wie sich die Preise und Lebenshaltungskosten bis zum Event entwickeln würden. Selbst wenn jemand monatlich spare, sei damit zunächst nur das günstigste Eintrittsticket finanziert.

Ein weiterer Einwand betrifft die tatsächlichen Kosten eines Besuchs. Zentoris erinnerte daran, dass zum Ticket auch Anreise, Verpflegung und gegebenenfalls Übernachtungen hinzukommen. Gerade für Fans außerhalb Kölns kann der gesamte Besuch damit deutlich teurer werden als die von Decker angeführten 169 Euro.

Auch BeardBounce widersprach der pauschalen Aussage. Der Nutzer verwies unter anderem auf Menschen mit Erkrankungen oder Behinderungen, Alleinerziehende und Personen im Niedriglohnsektor. Bemerkenswert ist dabei die Unterscheidung zwischen zwei Fragen: Ein Ticketpreis kann aus wirtschaftlicher Sicht gerechtfertigt sein und trotzdem für einen Teil der Fans unerschwinglich bleiben.

Ähnlich argumentierte LordChewTV. Er bezeichnete Deckers Formulierung als Schlag ins Gesicht für Menschen, denen selbst kleine monatliche Rücklagen schwerfallen. In weiteren Antworten kritisierte er, dass aus dem finanziellen Zugang zu Veranstaltungen zunehmend eine Frage des persönlichen Einkommens werde.

Damit verschob sich die Diskussion zunehmend. Neben der ursprünglichen Frage, ob ESL zu hohe Preise verlangt, wurde nun auch darüber gestritten, ob man finanzielle Schwierigkeiten von Fans mit fehlender Sparbereitschaft gleichsetzen dürfe.

Decker reagiert: Reisekosten sind nicht Aufgabe der ESL

Michael Decker blieb nicht bei seinem ursprünglichen Kommentar. In zahlreichen Antworten verteidigte er seine Position und stellte klar, dass er nicht behaupten wolle, jeder Mensch könne sich problemlos einen Eventbesuch leisten.

Auf das Argument der zusätzlichen Reise- und Übernachtungskosten erwiderte er, dass diese nicht in der Verantwortung der ESL lägen. Die Eintrittspreise eines Veranstalters müssten seiner Ansicht nach getrennt von individuellen Ausgaben für Anreise und Unterkunft betrachtet werden.

Gegenüber BeardBounce zeigte er sich zudem offen für Ermäßigungen für bestimmte Personengruppen. Er halte es allerdings für übertrieben, daraus abzuleiten, dass ein Großteil der Counter-Strike-Fans die regulären Ticketpreise nicht bezahlen könne.

Am 28. Oktober legte Decker seine Haltung in einem ausführlicheren Beitrag dar. Darin argumentierte er, große Esport-Veranstaltungen seien mit früheren, günstigeren Eintrittspreisen häufig kaum kostendeckend gewesen oder hätten Verluste eingeplant. Diese Einschätzung zur Wirtschaftlichkeit der Events ist seine eigene und lässt sich aus den öffentlich verfügbaren Ticketpreisen allein nicht überprüfen.

Decker betonte in demselben Beitrag außerdem, dass er weder besonders hohe Ticketpreise noch die Monetarisierung von Signing Sessions grundsätzlich befürworte. Ein Tagesticket ab 39 Euro halte er angesichts des gebotenen Programms jedoch für verhältnismäßig. Zum Vergleich verwies er auf die Eintrittspreise anderer Veranstaltungen in der LANXESS Arena.

MajorRabbit verteidigt ESL, kritisiert aber die Preise in der Arena

Eine weitere Gegenposition vertritt Jörg „Maj0rRabbit“ Jakob. In einem ausführlichen X-Beitrag vom 28. Oktober erklärte er, dass ESL als Unternehmen wirtschaftlich tragfähige Veranstaltungen organisieren müsse. Die Ticketpreise für 2027 hält er für angemessen, zumal einzelne Kategorien gegenüber dem Major 2026 günstiger angeboten werden.

Jakob verweist außerdem auf das erweiterte Playoff-Format und die neue zentrale 360-Grad-Bühne. Mit acht Playoff-Teams und zusätzlichen Matches innerhalb der Arena-Phase soll 2027 mehr Counter-Strike vor Publikum stattfinden. Er bezweifelt sogar, dass die Einnahmen aus Ticketverkäufen ausreichen, um die Veranstaltungskosten zu decken. Konkrete Wirtschaftszahlen nennt er dafür allerdings nicht.

Dass ein Wochenende in Köln für viele Fans finanziell schwierig ist, bestreitet Jakob nicht. Er schreibt ausdrücklich, dass er sich die Reise einschließlich Unterkunft, Verpflegung und weiterer Ausgaben selbst nicht ohne Weiteres leisten könne. Trotzdem hält er die Entscheidung der Roaring Bears auf Grundlage ihrer Preisargumentation für nicht nachvollziehbar.

Deutliche Kritik übt Jakob hingegen an den Verpflegungspreisen innerhalb der LANXESS Arena. Beim Major 2026 habe ein Becher Wasser nach seiner Darstellung fünf Euro gekostet. Cola und Bier seien seiner Erinnerung nach noch teurer gewesen, ebenso seien die Preise an den Essensständen gestiegen. Die konkreten Preise beruhen auf seinen Angaben.

Dass Besucher grundsätzlich keine eigenen Speisen und Getränke mitbringen dürfen, bestätigen die offiziellen Regeln der LANXESS Arena. Ausnahmen bestehen unter anderem aus medizinischen Gründen. Gerade vor diesem Hintergrund hält Jakob die Preise für Wasser und andere Getränke für einen berechtigten Kritikpunkt.

Sein Beitrag setzt damit einen anderen Schwerpunkt als das Statement der Roaring Bears. Während die Fangruppe den zunehmenden kommerziellen Charakter der gesamten Veranstaltung kritisiert, sieht Jakob die Eintrittspreise als gerechtfertigt an. Nach seiner Einschätzung sollte sich die Kritik stärker auf die zusätzlichen Kosten innerhalb der Arena konzentrieren.

Roaring Bears erklären, warum günstige Plätze keine Alternative sind

Am 28. Oktober veröffentlichten die Roaring Bears eine weitere Stellungnahme, in der sie auf einen der häufigsten Kritikpunkte eingehen. Unter der Überschrift „Es gibt doch günstige Plätze“ erklären sie, weshalb der Verweis auf die Oberrang-Tickets für sie zu kurz greift.

Der Verein betont, dass nicht allein der aktuelle Eintrittspreis ausschlaggebend sei. Entscheidend seien vielmehr die längerfristige Preisentwicklung und die zunehmende Monetarisierung des gesamten Events. Zudem könnten die Roaring Bears ihre üblichen Fanaktionen auf dem Oberrang nicht mit derselben Wirkung durchführen.

Ein weiterer Faktor sei die Nähe zu den unterstützten Teams. Nach Darstellung der Fangruppe kommt 2027 eine zusätzliche Preiskategorie hinzu, wenn Fans direkt in Teamnähe sitzen möchten. Auf der offiziellen Ticketseite führt ESL unter anderem ein gesondertes Premium-Reserved-Upgrade mit einem Aufpreis von 16,7 Prozent auf. Die endgültige Platzverteilung dafür steht allerdings noch nicht fest.

Mit der neuen Erklärung wollen die Roaring Bears ihre Beweggründe verdeutlichen. Gleichzeitig kündigten sie an, sich zu diesem Thema nicht weiter öffentlich auf Social Media zu äußern. Weitere Diskussionen mit dem Verein sollen stattdessen auf dessen Discord-Server stattfinden.

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